NetHate – Online-Hassrede in polarisierten politischen Kontroversen
Wie entsteht Hassrede in polarisierten politischen Debatten online? Und wie kann damit im Vorfeld und in der Nachsorge umgegangen werden? Ein Teilprojekt im europäischen Marie-Skłodowska-Curie-Netzwerk NETHATE.
Online- und Offline-Hass stellen eine ernsthafte Gefahr für direkte Opfer sowie für das soziale und politische Miteinander demokratischer Gesellschaften dar. Das Network of Excellence for Training on Hate (NETHATE), finanziert durch das Horizon-2020-Programm der Europäischen Union (Grant Nr. 861047), ermöglichte die übergreifende Zusammenarbeit von 15 Forschungsteams mit dem Ziel, die Entstehung, Dynamik und Verbreitung von Hassrede zu verstehen und Strategien zur Schadensbegrenzung für Opfer, Anwesende und demokratische Institutionen zu entwickeln. Jedes Projekt innerhalb von NETHATE trug mit einem eigenen Forschungsvorhaben bei. Insgesamt umfasste NETHATE 15 Nachwuchswissenschaftler*innen und ihre Betreuer*innen, verteilt auf 10 Universitäten und eine Nichtregierungsorganisation (NGO), in Kooperation mit 14 Partnerorganisationen – darunter Ministerien, Unternehmen und NGOs.
Am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Jena untersuchten Vladimir Bojarskich (Doktorand) und Prof. Dr. Tobias Rothmund die kommunikativen und psychologischen Dynamiken, die Online-Hass in polarisierten politischen Debatten verursachen und verhindern. Dazu wurden
- die bestehende Forschung zu Prädiktoren von und Interventionen gegen Online-Hassrede systematisch aufgearbeitet,
- die dynamischen Ursachen von Online-Hass experimentell untersucht – mit besonderem Augenmerk auf soziale und ideologische Merkmale der Individuen – und
- auf dieser Grundlage eine Online-Intervention entworfen und auf ihre Wirksamkeit geprüft (siehe Interventionsatlas).
Weitere Informationen bietet die Website des NETHATE-Netzwerks.