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SensipoV – Sensibilisierung für politische Voreingenommenheit

Wie gut erkennen Menschen die eigene politische Voreingenommenheit und die anderer im Umgang mit wissenschaftlicher Evidenz – und kann eine Sensibilisierung dafür die Anfälligkeit für Desinformation verringern?

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt untersuchen wir die individuelle Sensibilität für politische Voreingenommenheit (Political Bias Awareness) im Umgang mit wissenschaftlicher Evidenz zu gesellschaftlich-wissenschaftlichen Problemlagen (Socio-Scientific Issues) als metakognitive Überzeugung (Metacognitive Belief). Metakognitive Überzeugungen sind subjektive Annahmen dazu, wie das eigene Denken sowie das Denken anderer Menschen funktioniert, also das „Denken über das Denken“. Die Sensibilität für politische Voreingenommenheit beschreibt in diesem Sinne das individuelle Denken über die eigene politische Voreingenommenheit sowie die politische Voreingenommenheit von Anderen.

Als politische Voreingenommenheit (Political Bias) bezeichnen wir das Phänomen, dass wissenschaftliche Evidenz vor dem Hintergrund politischer Überzeugungen selektiert, interpretiert und in Bezug auf ihre Glaubwürdigkeit bewertet wird. Politische Voreingenommenheit stellt eine besondere Herausforderung für Wissenschaftskommunikation dar, da sie Wissenschaftsleugnung einerseits und die Anfälligkeit für Desinformation andererseits begünstigt.

Allerdings wissen wir bislang noch kaum etwas dazu, inwiefern

  1. Menschen die politische Voreingenommenheit von sich und Anderen valide einschätzen,
  2. die Sensibilität für die eigene Voreingenommenheit durch Feedback verändert werden kann, und
  3. eine Sensibilisierung für politische Voreingenommenheit die Anfälligkeit für Desinformation, Verschwörungserzählungen und Wissenschaftsleugnung reduzieren kann.

Das Projekt zielt allgemein darauf ab, Sensibilität für politische Voreingenommenheit messbar zu machen und den Zusammenhang zwischen der Sensibilität für politische Voreingenommenheit und der politischen Voreingenommenheit mit wissenschaftlicher Evidenz im Kontext sozio-gesellschaftlicher Problemlagen empirisch zu untersuchen.